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Flüster-PC
Es saugt und bläst der Heinzelmann...

Neulich brachte uns ein Kunde einen Microstar-PC mit der 'Fehlerbeschreibung', das Gerät sei schlicht und einfach zu laut. Unsere 'Sofort-Diagnose' ergab, daß eindeutig der Prozessor-Lüfter der nervtötende Störenfried war. Das Teil (Modell 'Tupolev'...) veranstaltete tatsächlich einen Riesenlärm und der als 'Flüster-PC' ausgelobte Rechner mußte allerlei Spott über sich ergehen lassen. 'Wenn dieser PC eingeschaltet wird, kann man garantiert nicht mehr flüstern.' Hah-Hah...

Als ernsthafte Techniker gingen wir die Sache erstmal Hardware-seitig an. Das monströse Kühlelement wurde trotz 3,4 GHz CPU mit Prescott-Kernel lediglich lauwarm, der temperaturgeregelte Lüfter drehte jedoch innerhalb kürzester Zeit auf Hochtouren. Der Lärm wird bei diesem Gerät noch durch einen trichterförmigen Aufsatz verstärkt, der mit der Außenwand des PCs verbunden ist und von dort kalte Luft ansaugt. Und obwohl der gesamte 'Airflow' durch das in diesem 'Hardware-Kontext' verwendete Mini-Tower Gehäuse eher schlecht ist, konnte selbst diese fragwürdige Konstruktion nicht der Grund für den Radau sein.
Die nächste Aktion war dann das Flashen eines aktuellen BIOS. Denn es war nicht auszuschließen, daß die Lüfter-Steuerung bereits an dieser Stelle fehlerhaft war. Das OEM-Board von MSI ließ sich hier jedoch nicht konfigurieren, da entsprechende Parameter im BIOS nicht vorhanden waren. Unnötig zu erwähnen, daß die Management-Software von MSI ('Core Center') die Zusammenarbeit mit diesem Board verweigerte.

Natürlich hätte man an dieser Stelle abbrechen können. Warum nach Ursachen forschen? Man verkauft dem Kunden einfach einen leiseren Lüfter - Ende der Geschichte.

Aber so einfach wollten wir es uns (und diesem Microstar-PC) dann doch nicht machen. Wir überprüften also den Systemstart auf Software, die dem Gerät gleich richtig Rechenleistung abverlangt. Bei dieser Gelegenheit warfen wir auch einen Blick auf den Task-Manager - und mußten feststellen, daß die Kiste bereits nach dem Windows-Start zu 100% ausgelastet war. Klare Sache, hier war etwas im Busch.
Der folgende Check mit AntiVir offenbarte dann, daß sich etliche Trojaner und Würmer auf dem Rechner tummelten. Der permanent blasende Lüfter war somit nur ein Symptom.
Warum der 'werksseitig' installierte Viren-Scanner bei einem 14 Tage 'alten' PC keinen Alarm geschlagen hatte, wird wohl ein Mysterium bleiben. Immerhin verhinderten im Hintergrund laufende Dienste dieser Software trotz abgeschalteter Scan-Funktion einen reibungslosen Suchlauf mit AntiVir, sodaß der vorhandene Viren-Scanner erstmal komplett deinstalliert werden mußte.

Abschließend bleibt festzustellen, daß man als Besitzer eines Microstar-PC das ganze vielleicht als Feature sehen könnte: spätestens wenn der PC hörbar nach Luft schnappt, sollte ein Viren-Check durchgeführt werden. ;-)
22 Feb 2005 von Ekkehard Nax



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